Was sie wissen sollten!

Immobilienratgeber

Wer sich liebt, braucht keine Paragraphen? Leider nur ein Wunsch. Auch wer sich im siebten Himmel fühlt, lebt auf der Erde. Mit oder ohne Trauschein - Gesetze regeln den Alltag und auch den Fall einer Trennung. Oft mit einem gerechten Ergebnis.

Ehepaare leben im Güterstand der Zugewinngemeinschaft, wenn sie nicht durch einen notariell beurkundeten Ehevertrag etwas anderes vereinbart haben. Der Ehevertrag kann schon vor der Eheschließung geschlossen werden. Auch während der Ehe können solche Vereinbarungen getroffen und jederzeit abgeändert werden.

  • Zugewinngemeinschaft: Jeder Ehegatte behält sein eigenes Vermögen, das gilt auch für Vermögen, das ein Ehegatte nach der Eheschließung erwirbt. Der Name Zugewinngemeinschaft für den gesetzlichen Güterstand kommt daher, dass der während der Ehe erzielte Zugewinn am Ende der Zugewinngemeinschaft ausgeglichen wird. Wenn Eheleute sich scheiden lassen, wird für jeden Ehepartner die Vermögensentwicklung ausgerechnet.  Wer in der Ehe mehr angespart hat als der andere, muss einen Ausgleich in Höhe der Hälfte von diesem "mehr" zahlen. Dabei zählt nicht als Zugewinn was ein Ehepartner geschenkt oder vererbt bekommen hat. Das wird nicht als Zugewinn angerechnet nur die etwaige Wertveränderung dieser geschenkten oder geerbten Gegenstände. Wie eben häufig bei Immobilien vorkommend.
  • Gütertrennung: Der Zugewinnausgleich entfällt und somit gibt es keine Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg des Partners. Die Gütertrennung kann jedoch steuer- oder erbrechtliche Nachteile bringen.
  • Gütergemeinschaft: In diesem Fall bilden sie gemeinschaftliches Vermögen, haften aber auch gemeinschaftlich für alle Schulden. Die Gütergemeinschaft ist kompliziert und hat zahlreiche Nachteile. Sie wird nur ausnahmsweise vereinbart.
  • Modifizierte Zugewinngemeinschaft: Der Güterstand wirkt sich auf das Erbrecht und auf steuerliche Freibeträge aus deshalb rät der Notar oft zur modifizierten Zugewinngemeinschaft. Dies bedeutet die Vorteile des gesetzlichen Güterstandes werden beibehalten, aber das Modell den individuellen Bedürfnissen der Eheleute angepasst. Hier kann man z.B. vereinbaren, dass Wertveränderungen für bestimmte Vermögensgegenstände vom Zugewinnausgleich ausgenommen werden.


Zu beachten während einer Scheidung / Trennung können beide Eheleute verlangen, dass der andere auch finanziell für sie einsteht, egal in welchem Güterstand sie leben.

Versorgungsausgleich

Wird die Ehe geschieden, ist jeder grundsätzlich für sich allein verantwortlich. In einigen Fällen gibt es dennoch gesetzliche Unterhaltsansprüche. Sie schützen z.B. den Partner, der wegen der Erziehung der Kinder beruflich kürzer treten musste. Den Lebensstandard der Eheleute. Unterhaltsansprüche werden durch das Gesetz geregelt. Die Ehe ist auch eine Versorgungsgemeinschaft. Deshalb sieht das Gesetz vor, dass die Altersversorgung, insbesondere Rentenansprüche aus der Ehezeit, im Scheidungsfall ausgeglichen werden. Der Versorgungsausgleich ist gesetzlich geregelt.

Trennungs- und Scheidungsvereinbarung

Manchmal scheitert der Traum vom lebenslangen Glück. Auch wenn persönliche Enttäuschungen und Verletzungen eine sachliche und einvernehmliche Trennung erschweren. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert, die einvernehmliche Trennung ist schneller und preiswerter als ein Scheidungskampf. Bei einer Trennungs- und Scheidungsvereinbarung werden Vermögens- und Versorgungsausgleich nebst Unterhalt einvernehmlich vereinbart. Auch erbrechtliche Themen werden erörtert sowie die Aufteilung des Hausrates und sonstige Vermögen.

Immobilie bei Trennung und Scheidung

Bauwerke sind für die Ewigkeit, Ehen nur bedingt.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die das Thema gemeinsame Immobilie lösen.

  • Verkauf des Hauses / Eigentumswohnung
  • Ein Ehepartner übernimmt den Anteil des anderen Ehepartners 
  • Die Immobilie wird geteilt oder vermietet
  • Die gemeinsame Immobilie wird versteigert

Eine allgemeine gesetzliche Regelung gibt es nicht, was mit dem Haus oder der Eigentumswohnung bei einer Trennung geschieht. Bei einem gerichtlichen Scheidungsverfahren wird nicht über die gemeinsame Immobilie entschieden, als gemeinsamer Eigentümer einer Immobilie müssen Sie eine Einigung erzielen. Gehört Ihnen die Immobilie gemeinsam ändert die Trennung oder der Auszug eines Ehegatten nichts an den Eigentums- und Nutzungsverhältnissen.
Die oben genannten Optionen etwas näher erläutert:

  • Option 1 Objekt Verkauf: Der beste Weg bei einer Trennung ist der Verkauf des Objekts. Setzt voraus dass beide damit einverstanden sind. Der Vorteil dabei ist, dass bestmöglichste Verkaufspreise erzielt werden können, sie haben Zeit die Immobilie zu verkaufen und müssen nicht überstürzt handeln. Was zu beachten ist, sollte die Immobilie finanziert sein, kann die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung für die frühzeitige Ablöse des Darlehens fordern, die unter Umständen hoch ausfallen kann. Dieser Punkt sollte auf jeden Fall vorab mit der Bank besprochen werden. Wenn der Hausverkauf vollzogen ist, das Darlehen abgelöst und ein verbleibender Gewinn vorhanden ist, wird dieser an beide Parteien ausgezahlt.
  • Option 2 ein Ehepartner übernimmt den Anteil des anderen: Ein Partner übernimmt die Immobilie zu Alleineigentum und kauft den Miteigentumsanteil des anderen auf. Dazu ist eine notarielle Beurkundung nötig. Die steuerlichen Folgen hieraus werden unter folgenden Link erklärt:  

Schenkung | Steuerliche Folgen aus Immobiliengeschäften unter Eheleuten (iww.de) 

  • Option 3 die Immobilie wird geteilt oder vermietet: Gibt die Immobilie die Räumlichkeiten her, dass sie geteilt werden kann, klar bestimmt wird welches Stockwerk, welche Räume auf den einen oder anderen überschrieben werden können, dann kann die Immobilie geteilt werden, dazu bedarf es ebenfalls einer notariellen Beurkundung. Die Immobilie kann aber auch vermietet werden, beide Partner ziehen aus, vermieten die Immobilie und teilen sich die Einnahmen.
  • Option 4 Teilungsversteigerung: Dies ist wohl die ungünstigste Möglichkeit. Sollten Sie sich wegen dem Verkauf der Immobilie nicht einigen können, hat jeder Partner die Möglichkeit zu einer zwangsweisen Versteigerung das wird vom Gesetz Teilversteigerung genannt. Die Folgen aus der Teilversteigerung die Immobilie wirft einen geringen Ertrag ab, der Verkauf findet weit unter dem tatsächlichen Marktwert statt und jeder Partner hat den großen finanziellen Verlust hinzunehmen. Deswegen ist eine Einigung wie schwer das gerade auch sein mag fast zwingend notwendig.

Fazit

Das Ehe- oder Partner Objekt kann erhebliches Streitpotenzial in sich tragen. Im Idealfall verständigen Sie sich, wer und wie Sie die Immobilie künftig nutzen wollen. Streiten Sie sich, bestehen eine Vielzahl von Möglichkeiten, eine Regelung herbeizuführen. Sind sie aber darauf angewiesen gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, müssen Sie sich auf eine schwierige Auseinandersetzung einstellen. Das kostet zu guter Letzt viel Zeit, Nerven und Geld. Wir raten Ihnen daher zu einer einvernehmlichen Lösung und wir helfen Ihnen hierbei sehr gerne.
Wir stehen Ihnen mit all unserer Erfahrung, Kompetenz und Manpower zur Seite. Hier finden Sie den Kontakt zu uns.

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